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Der Saab JAS 39 Gripen zeigt sich der Öffentlichkeit

von Dominik Kamber

Im Rahmen des geplanten Teilersatzes der F-5E Tiger-Flotte der Schweizer Luftwaffe, präsentierte armasuisse am 12. August in Emmen den ersten der drei Kandidaten für die Nachfolge des Tigers.  

Die Schweizer Luftwaffe evaluiert derzeit ein neues Mehrzweckkampfflugzeug als Ersatz für die in die Jahre gekommene Tiger-Flotte. Zu Beginn des Jahres hat das VBS die Flugzeughersteller Boeing (USA), Dassault Aviation (Frankreich), EADS (europäisches Konsortium) und Gripen International (Schweden) zur Abgabe einer Offerte eingeladen. Die Offerten der Herstellerfirmen sind wie verlangt am 2. Juli an armasuisse, das Beschaffungs- und Technologie-Zentrum des VBS, abgegeben worden. Nachdem Boeing seine Offerte zurückgezogen hat, stehen nun noch drei Kandidaten zur Auswahl. Im Verlaufe der kommenden Monate wird sich jeder Hersteller mit zwei Doppelsitzer-Kampfflugzeugen der Schweizer Evaluation stellen. Die besonderen topografischen Verhältnisse unseres Landes erfordern zwingend  die Luft- und Bodenerprobung ab unseren Militärflugplätzen und in unserem Luftraum. Den Anfang machte der Schwedische Rüstungskonzern Saab mit dem Gripen. Am 12. August wurde auf dem Militärflugplatz in Emmen das Kampfflugzeug der Öffentlichkeit vorgestellt.  



Detailreicher Evaluationsprozess  


Die Anforderungen und Evaluationskriterien seitens der Luftwaffe bzw. armasuisse an den Tiger-Ersatz sind hoch und die Tests entsprechend rigoros. Massgeblich für die Wahl eines Nachfolgers ist sowohl die operationelle Wirksamkeit und Eignung als auch die in Aussicht gestellte Beteiligung der Schweizer Industrie, wie Jürg Weber, Projektoberleiter des Tigerteilersatzes armasuisse, ausführte. Unmengen von Daten werden in der Luft und auf dem Boden erhoben und nachher miteinander verglichen. Die daraus resultierenden Erkenntnisse fließen dann in eine zweite Einladung an die Hersteller, eine weitere Offerte im Januar 2009 einzureichen. Dieses Vorgehen spricht für die Seriosität der Gesamtevaluation. Für jeden Flugzeugtyp stehen drei Wochen für die umfangreichen Tests zur Verfügung. armasuisse nimmt in 13 Missionen (Flüge) die technischen Messungen vor. Operationell beurteilt die Luftwaffe die Kandidaten in 11 unterschiedlichen Missionen. Zusätzliche 2 Missionen dienen den Lärmmessungen, die von der EMPA durchgeführt werden und die ebenfalls in das Evaluationsverfahren miteinbezogen werden. Besonderes Augenmerk richtet man im Bereich der Bodenerprobung auf die Miliztauglichkeit, die Wartung und Bereitstellung der Flugzeuge durch die Truppe. Dabei stützt sich die Luftwaffe auf die Erfahrungen, welche mit dem F/A-18 und dem F-5E Tiger gemacht wurden. Sämtliche Erkenntnisse spiegeln sich letztlich im Evaluationsbericht wieder, welcher gemäss Weber im Mai 2009 vorliegen wird. Darauf basiert die Typenwahl, die im Juli 2009 durch den Rüstungschef mit dem Chef der Armee und dem Kommandanten der Luftwaffe getroffen wird.    

Das Ergebnis der Evaluation geht an den Chef VBS. Der Gesamtbundesrat stellt dann in seiner Botschaft zum Rüstungsprogramm 2010 den Eidgenössischen Räten Antrag zur Beschaffung eines Ersatzes für die veraltete  Tiger-Flotte.
     
Nicht nur ökonomische Bedeutung  

Nüchtern ökonomisch betrachtet geht es für die Anbieter um ein Milliardengeschäft. Die kaufmännische Seite ist eine Sache, die Reputation, der Schweiz ein solches High-Tech-Produkt verkaufen zu können, eine andere. „Natürlich sind wir uns der Wichtigkeit dieses Auftrags bewusst. Nicht nur vom wirtschaftlichen Aspekt her ist die Schweiz ein wichtiger Kunde für uns und unsere Produkte. Vom weltweit guten Ruf der Schweiz könnten auch wir als Lieferanten profitieren“, erklärte Manne Koerfer, Direktor des Saab Verbindungsbüros in der Schweiz gegenüber Sicherheitspolitik.      

Weitere Schritte  

Am 9. Oktober 2008 ist die Ankunft des französischen Dassault Rafale in Emmen vorgesehen und anschließend am 6. November 2008, die Ankunft des europäischen EADS Eurofighters. Für alle drei Flugzeuge sind die Anforderungen sowie die Abläufe der Flug- und Bodenerprobung identisch.